Kosten

Was kostet Offroaden?

Wie alles kann man Offroaden teuer und elitär betreiben. Man kann sich beim X-Raid Racing Team als Bezahlfahrer einkaufen – ca. 100.000 € pro Einsatz, aber dafür perfekter Support und Topmaterial.

Weiters kann man bei Bowler Motorsport einen komplett FIA zertifizierten EXR kaufen, für diesen werden 229.800 Pfund notwendig. Und dazu kommen dann noch Kosten für Unterhalt, Wartung, Ersatzteile und dieses Gerät möchte auch gerne entsprechend bewegt werden (auch Letzteres würde unsere Fähigkeiten überschreiten).

Unser Ansatz ist einfacher – wir nähern uns getreu unserem Teamnamen dem Ganzen von der Basis an.

Nachdem ich oft gefragt werde, wie teuer kommt denn so was, hier ein paar Zahlen:

  • Ein gut gebrauchter Suzuki (ob Samurai, SJ413 oder Jimny sei dahingestellt, auch ein Lada Taiga ist denkbar) ist ab ca. 1000 € in fahrbarem Zustand, wahrscheinlich ohne §57, dafür mit etwas Rost, erhältlich. Ab und an werden auf diversen Seiten auch bereits umgebaute Autos angeboten, welche so nicht mehr strassentauglich sind, aber schon viele mehr oder weniger tolle Modifikationen erfahren haben.
  • Dazu benötigt man im nächsten Schritt geländetaugliche Bereifung, gebrauchte gute MT-Räder sind ab 200 € zu bekommen, runderneuerte Reifen sind ab ca. 65 € das Stück zu haben (je nach Dimension/Hersteller/Profil), neue BF Goodrich mit neuen Stahlfelgen können aber auch mal 700 €/Satz kosten. Dies muß aber keineswegs sein. Unsere waren gebraucht in Topzustand – nur die Abholung in Kärnten war mühsam – dafür für günstige 350€.
  • Fahrwerk: Das, was Suzuki vor mindestens 15 Jahren eingebaut hat, wird mit ziemlicher Sicherheit von einem oder mehreren Vorbesitzern gnadenlos durchgeritten worden sein. Gutes Material bekommt man z.B. von OME, auch Trailmaster oder Trekfinder hat Komplettfahrwerke für den Jimny im Angebot. Neu ab ca. 7-800 €, gebraucht mit Glück ab 300€. Sparfüchse beschränken sich auf seriennahe Reifendimensionen und suchen in Suzukiforen nach aus Neufahrzeugen ausgebauten Fahrwerken. Diese sind mit Glück um unter 200 € zu bekommen und auf jeden Fall besser als ausgenudeltes Zeugs.
  • Unterfahrschutz: Fürs Verteilergetriebe unbedingt empfehlenswert, neu ab 90 € (Horntools).
  • Sollten die Räder doch das Format wie bei uns (30×9,5 R15) einnehmen, wird ein Bodylift fällig und längere Bremsleitungen. Günstigster Anbieter den wir gefunden haben kommt aus England, Fa. Jimnybits, lieferte binnen 3 Tagen. Ca. 200 €.
  • Wenn man schon dabei ist, eine Differentialsperre (genauer gesagt in unserem Fall ein Right Locker Sperrdifferential, die preiswerteste Lösung wenn man NICHT mehr beabsichtigt im Alltag zu fahren, das wäre mühsam), knapp 300 €. Ein ARB-Locker, pneumatisch betätigt oder das Konkurrenzprodukt von TJM (soll angeblich sogar besser sein) ist nicht für unter 1000 € inklusive dem notwendigen Kompressor zu haben.
  • Für Wasserdurchfahrten ist ein Schnorchel sehr empfehlenswert, ab 100 €.
  • Winde (war bei uns schon vorhanden), ab 450 € (winch-it.com), nur die Umrüstung auf zeitgemäßes Dyneemaseil war noch zu bezahlen.
  • Sportsitze – gebraucht, ab 100 € der Satz. Konsole baut man selbst wenn man ein bisschen Blecharbeiten kann. Solide sollte es halt sein.
  • Sport/Renngurte: Unbedingt notwendig – nein. Sinnvoll ja. Ab 80 €/Satz.
  • Wenn wir schon bei der Sicherheit sind: Niemand hat vor sich aufs Dach zu legen aber passieren kann so was schon mal. Die Karosserie des Jimny ist recht leicht gebaut. Ein käuflicher Überrollbügel schlägt jedoch mit mindestens 800 € zu Buche, weswegen wir selbst einen bauten. Vielleicht nicht so elegant, aber dafür günstiger.
  • Modifikation des Verteilergetriebes: Kommt bei größeren Rädern unweigerlich früher oder später – und geht beim Suzuki zum Glück relativ einfach. Kostet trotzdem schlappe 550 €. Gibt es zum Beispiel wieder bei Jimnybits.
  • Ersatzteile: Je nach Zustand des Autos – aber irgendwann wird man was brauchen. Eine Kupplung – eine notorische Schwachstelle des Suzukis im Gelände – kostet ab 100 €. Empfehlung für schweres Gelände: Automatik (haben wir leider nicht).
  • Ganz wichtig – die Actioncam. Ein GoPro China-Klon namens SJ7000 ist für unter 40 € zu haben und tut was er soll. Zubehör kommt noch mal extra dazu (Speicherkarte, Halterung…). Man möchte aber seine Erfahrungen doch gerne später nochmal ansehen und – was auch Sinn macht – analysieren und daraus lernen. Eine echte GoPro kann macht natürlich nochmals deutlich bessere Aufnahmen.
  • Anhänger: Ein so modifiziertes Auto hat auf der Straße nur mehr zwischen den Etappen einer ansonsten geschlossenen Veranstaltung was zu suchen, sonst eher nicht. Anhänger mieten ist ab ca. 60 €/Tag möglich, gebrauchte Anhänger sind mit viel Glück in gutem Zustand für unter 1000 € zu bekommen.
  • Veranstaltungen: Mit Anreise, Treibstoff, Autobahnmaut, Essen, Trinken, Übernachtung (Offroaden ist anstrengend, gut schlafen in unserem Alter Pflicht) – ein Einsatz kostet z.B. in Italien zu zweit gute 500 €. Hier kann man natürlich sparen, aber wer will das?
  • Trainings: 3 Stunden Offroaden am Redbullring kosten 60 €, ein Tag in Kirchfidisch 25 €, diverse Klubs bieten immer wieder tolle Veranstaltungen an. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Freies Fahren in Kirchfidisch veranstalten wir übrigens auch immer wieder mal, werde es hier rechtzeitig ankündigen.