Alles perfekt – oder?

Also, das HM4x4 Fahrwerk ist hinten zu weich. VIEL zu weich, der wirklich leere Jimny lässt traurig den Popsch hängen. Kann nix.

Also reklamieren. In Italien. Firmensitz Palermo. Und unser Italienisch ist ähhh molto corrosivo (eingerostet) oder so. Okay, für was hat man eine charmante italinieschsprechende Kollegin. Claudia war so reizend und hat sich des Problemchens angenommen. Es brauchte auch nur 4 Mails und 12 Fotos bis bei HM4x4 alles verstanden.

ja, man erkennt es…

Endlich gab es den Zettel für den Austausch. Ah ja, erklären wir es hier gleich nochmal. Auf italienisch. Danke Claudia.

Porto für Federn bis Italien: 30€

Anschließend ein Mail. Die Federn sind verkratzt. Ja, sorry, einmal ein uns ausbauen geht nicht ganz ohne sichtbare Spuren, scusi. Müssen neu lackiert werden. Ja gerne. Kostet 10 €. Pro Feder. Okay? Ja okay. Rechnung per PayPal? Ja bitte.

Rechnung ist bislang noch keine gekommen, Federn auch noch nicht. Blöd.

Wie fahren wir nun? Die alten ausgenudelten OMEs sind gleich tief wie die Hängepopofedern. Aber die Federn haben vorn und hinten den selben Durchmesser…

AHHH, also die alten vorderen Federn mal hinten eingebaut. Ja, Standhöhe passt. Bloß beim Bremsen sieht Kermit nun aus wie eine rollige Katze und die Federn sind sicherlich deutlich zu hart. Was tun? Hmm, bald mehr dazu in diesem Blog.

Trotzdem: das Fahrwerk von HM4x4 macht einen guten Eindruck – nur die weichen Federn hinten passen mit den Federn vorne in der Version für „mit Seilweinde“ halt nicht zusammen.

2. Rückreisetag: Ungarn – Graz

Also, nach dem formidablen Frühstück ging es ganz entspannt weiter, alle gezeichnet von den Anstrengungen der letzten Tage, nach Hause – dem Alltag entgegen.

Froh dann am frühen Abend gut angekommen zu sein mit der Erkenntnis:

Nach der Rallye ist vor der Rallye!

Sprich, Arbeit wartet auf uns. Kermit braucht Zuwendung, bei Martin steht noch ein richtig mächtiges Gerät mit 6 Rädern, das vorher fahren soll und Thorsten haben wir mächtig mit dem Offroad-Virus infiziert, ich denke, da werden wir demnächst auch zu berichten haben.

 

1. Rückreisetag: Ukraine – Ungarn

Freitag, Rückreisetag 1.

Zuerst schlappe 80km mit dem etwas angeschlagen torkelnden Kermit zurück zum ersten Hotel, wo der Wrangler und die Anhänger parken. Aufladen und für die nächsten 40km auch eine gute Stunde gebraucht. Ja ja, die Straßen.

Dort an einer Tankstelle den ERSTEN GUTEN Espresso der Ukraine bekommen und die Autos waschen lassen (wenn man schon mal da ist). Zwei junge Männer mit zwei Hochdruckreinigern waren schwer motiviert. Musste man zwischendurch mal etwas bremsen, 2min auf einer Stelle mit 3cm Abstand wäre doch etwas zuviel des Guten.

Anschließend zum Grenzübergang. Ja, Ungarn nimmt den Grenzschutz ernst. Finde ich gut. Na ja, 5 Stunden später etwas weniger aber okay, wenn man das den ganzen Tag macht wird man vielleicht so gründlich.

70km durch Ungarns wunderbare Straßen und unser tolles Hotel hat uns wieder – und dazu ein mega Abendessen.

Ein gelungener Ausklang zusammen als Team.

 

1. Renntag

Sonntag, der erste Renntag.

Frühstück, alle etwas angespannt, kribbelig, nervös. Was wird uns erwarten? Ach ja, zu Beginn gibt es EINE SONDERPRÜFUNG. Okay, dann schauen wir mal, was uns erwartet. Zuerst ging es im Konvoy mit Polizeischutz ein Stück vom Hotel weg.

Dort trafen wir wieder Thorsten! Welche Freude – vor allem, als wir hörten – hier rauf laufen, Roadbook holen, wer zuerst da ist, darf fahren. Thorsten, könntest Du bitte…

Ja, er konnte. Diesmal mit neuer Taktik: HINTER dem Schnellsten nach, ihm folgen, Roadbook schnappen, zurück. So konnten wir als zweites Team starten 🙂

Es ging dann recht schnell ins Gelände (klar, dafür waren wir ja da) und im Rückspiegel sammelte sich sogleich mächtig viel schweres Zeug in Form von Landcruisern, Anoraks (ähh, Amaroks), Wranglern, Landies usw…

Und es kam, wie es kommen musste. Auf die ersten 500m Baumstumpf übersehen. Von 5km/h auf 0 in 5cm. Autsch. Auto fährt aber noch. Weiter. Nervös, wird nicht besser. Große Gatschlöcher. Steckenbleiben. Winchen. Ast einfahren. Ast abschneiden. Ast mit Winde aus den Eingeweiden Kermits rausreißen. Weiterfahren. Dauernd hängenbleiben. Alle vorlassen. Es läuft nicht. Gar nicht. Ist es das Auto oder ist es der Fahrer, der nix kann. Erste Zweifel. Funkgeräte gehen auch bescheiden. Jedes Gatschloch ein Wincheinsatz. Mag nicht mehr. Will nach Hause. Dort ist es doch auch schön. Was mach ich hier?

Irgendwann steigt Martin dann aus, als es kniffliger wird. Ich fahre schon mit etwas zu viel Schwung, zirka 3 Räder in der Luft. Martin meint nachher „Du, die Vorderräder stehen 20° auseinander, da hat´s was“. Na toll. Er meinte, stehenbleiben, reparieren. Gut, machen wir, der Beifahrer ist Cheffe, der Fahrer das Lenkradafferl (ist ihm mal rausgerutscht so nebenbei, böser Martin). Also, den Rest des Feldes vorbeiwinken.

Unters Auto – Ah, die Lenkverbindungsstange zwischen den beiden Achsschenkeln – die ist krumm. Aber nicht nur ein bissl. Alles klar.

Martin und Wolfgang sogleich die Idee: Gradziehen mit der Winde. Dauer 30min (inkl. Autos an Bäumen anbinden, die Kräfte sind nicht ohne!). Erfolg: UNBEZAHLBAR. Hurra, Kermit macht wieder, was ich will. Gatschlöcher verlieren ihren Schrecken, ich fahre nun auch dorthin wo ICH will und nicht wo wir hinrutschen. Das bringts. So kommt mit jedem gemeisterten Hindernis und jedem fehlerfreien Meter das Selbstvertrauen wieder. Ja, wir sind hier richtig. Wir kommen in den Flow. Martin und Wolfgang navigieren perfekt, wir machen Meter, beginnen uns Positionen zurückzuerobern.

Es beginnt Spaß zu machen!

Dann eine kleine Furt, wir sehen schon die Misere – ein Mitbewerber ist über eine kleine Klippe gekippt, eigentlich hat nur der Boden unter seinem Landy nachgegeben. Okay, nun geht Sicherheit und Leben vor Rennen – für uns kein Thema.

Ein paar Autos waren schon vor Ort, der Landy rutschte immer weiter, es herrschte Konfusion, wie denn nun wer was und wo warum zu tun hatte. Ich wusste genau, was zu tun ist. LASST MARTIN MACHEN. Und genau das geschah – es dauerte nicht lange, und Martin hatte das Kommando. Ein Auto hier, eines da, eines noch dort, Winde, Seile, sogar Kermit durfte feste ziehen (das kann er!) und so dauerte es etwas über 40min, bis das Auto sicher und ohne Beschädigung wieder auf den Rädern stand. Manchmal bin ich echt saustolz Martin zum Freund zu haben – ehrlich. DAS war so ein Moment.

Die Orga war inzwischen auch vor Ort (die waren omnipräsent, ganz toll!) und meinten nur: Von hier aus sind es mindestens drei Stunden schweres Gelände, das schafft ihr nie bis 19 Uhr ins Ziel, (18 Uhr ist reguläre Fahrzeit, bis 19:00 Überzeit mit doppelten Strafsekunden, ab dann jedoch 5 Stunden Zeitstrafe). Kurze Überlegung – die Autos liefen bis grad vorher super, wir sind uns einig. Nicht abkürzen, Gas geben. Das taten wir dann auch und waren um 18:53 im Ziel. Alles gut.

Abends erfuhren wir dann noch von Christian, das wir für diese Aktion mit den anderen beteiligten Teams eine Stunde Zeit gutgeschrieben bekommen haben. Welch Freude. Wir sind ohne Strafzeit durch den ersten Tag, inkl. Problemen, Reparaturen und Fremdhilfeeinsatz. Gar kein Schlechter Tag 1. In der Nacht wurde noch das Tagesergebnis ausgehängt – wir sind auf Platz 8. Die Freude war groß.

Müde, Dusche, Bett, Schlafen. Hab angeblich schon wieder geschnarcht, glaub kein Wort.

1. Anreisetrag: Graz – Nyíregyháza

Knapp 650km mit Anhänger liegen schon hinter uns – ne ganz schöne Fahrerei.

Mit Pausen 10 Stunden sind nicht ohne, aber wir sind auch stressfrei gefahren und haben uns brav ans Tempolimit gehalten.

Feines Hotel, sehr günstige Preise – dieser Teil Ungarn gefällt. Und Landschaften wie aus dem Bilderbuch.

Morgen gehts weiter zur Grenze und dann zum Starthotel der Transsylvania Trophy.

Noch 4 Tage!

Samstag – einpacken.

Es sind gar nicht sooo viele grauen Kunststoffkisten geworden, wie zuerst befürchtet, aber die Ordnung überzeugt. Sollte jetzt eigentlich alles dabei sein.

Wen wer fragt „Wo ist Dies oder Jenes?“ wird die Antwort immer lauten: „In der grauen Kiste“.

Am Jimny wurde der Unterfahrschutz montiert (Thorsten fleißig wie immer), anschließend gegrillt. Dafür hat Wolfgangs Toyo dann am Weg nach Hause einen plötzlichen Anfall von Inkontinenz bekommen und Diesel gesabbert. Nun ja, auch dafür fand sich eine Lösung am Sonntag.

Optimierung Kühlsystem

Nachdem unser Kermit bergauf doch durchaus warm wurde in Slowenien (zugegeben, es ging lang richtig steil im kurzen 1. Gang mit 4-5000rpm bergauf), haben wir uns Gedanken gemacht über eine Optimierung der Kühlung. Der erste Schritt bei einem alten Auto ist sicher mal das Herstellen des Neuzustandes der betreffenden Komponente, sprich – wir haben einen neuen Kühler verbaut. Der alte Kühler war schon außen sichtbar angegriffen. Die Variante mit Klimaanlage (welche Kermit ja nicht besitzt) besitzt laut Datenblatt ein 2mm dickeres Netz – also wurde gleich dieser bestellt und verbaut.

Ob wir noch den Ölkühler einbauen, der schon auf Lager liegt, wissen wir im Moment nicht, aber schaden kann es natürlich nicht. Müssen wir uns noch überlegen…

Weiters sind gestern die ersten Arbeiten für die hinteren Bergeösen gestartet – die Werksausrüstung sieht ein bissl zierlich aus.

Und die Firma Horntools hat nicht nur Schäkel und Kantenschutz für uns im Angebot, sondern wird auch hoffentlich bald einen formidablen Unterfahrschutz liefern. Bis dahin haben wir mal die hübschen Gratisaufkleber auf unseren Jimny geklebt.

Danke an Horntools:

Bergematerial

Nachdem wir uns nun schon mehrfach mit dem richtigen Bergen von Fahrzeugen beschäftigt haben (ab und an weil einfach festgefahren, einmal wirklich ein Notfall

und natürlich mehrfach zu Trainingszwecken), kam auch bei uns die Frage nach dem richtigen Bergematerial auf.

Hier der Vergleich von „klassischen“ Bergematerial kontra aktuellen Werkstoffen und Technologien:

  • Winde mit Stahlseil – dieses gilt heute als veraltert und auch gefährlich. Das Handling des Stahlseils ist nicht ganz ohne, einmal das Seil schräg gewickelt und es ist gequetscht, büßt unweigerlich an Festigkeit ein und abstehende Litzen machen den Einsatz von DICKEN Lederhandschuhen unbedingt erforderlich. Deshalb werden heute fast ausschließlich Dyneemaseile verwendet, welche auch bei einem etwaigen Seilriss wesentlich sicherer sind, da diese quasi spannungsfrei am Boden liegen bleiben und nicht die gewaltige Wucht eines reißenden Drahtseils frei wird. Unser Preis-Leistungstipp kommt von Winch-it.  Wichtig: Das Rollenseilfenster ist dann auch tabu – man muß zwingend ein Aluseilfenster nehmen. Sieht aber eh besser aus 😉 Als kleiner Nachteil muss eine UV-Empfindlichkeit genannt werden, eine Windenabdeckung macht aber so und so Sinn.
  • Auch beim Schäkel hat sich viel getan: Der Stahlschäkel ist preiswert, schwer und ab und an auch schwer zu lösen. Sollte dieser jedoch brechen, dann wird es gefährlich. Moderne Alternative (die Segler haben es vorgemacht): Der Softschäkel. Hält mehr Last aus, ist federleicht, leicht zu lösen und auch sicherer. Preis-Leistungs Sieger: Horntools. 10 Tonnen Bruchlast, 19,70€/Stück. Leider vor der Transsylvania nicht lieferbar. Die Luxusvariante kommt von Liros, hält 12 Tonnen aus, allerdings auch 41€ teuer (günstigster gefundener Preis, bei Mehari Offroad). Die günstigeren Schäkel der Segler haben übrigens keinen Scheuerschutz, aber auf See gibt es halt auch weniger Sand und Schlamm.
  • Umlenkrolle: Das gute, fette Teil aus Stahl wiegt 3,5kg. Am günstigsten zu Beziehen im Werkzeugmarkt für schlanke 20€. Moderner, erst seit kurzem am Markt, ist ein NMP der Firma TyeTecNMP? Tolle Abkürzung, steht für NonMovingPart.Na ja, ein Baum ist demzufolge auch ein NMP :-). Nichtsdestotrotz, so was ist toll. Eingebunden in einen Softschäkel ergibt das Ding eine tolle und vor allem federleichte Umlenkung (für ein 12mm Seil nur 47 Gramm!) – funktioniert natürlich nur mit Kunststoffseil. Die Sache hat nur einen Haken: Für dieses kleine Teil aus anodisiertem Aluminium werden saftige 76,55€ fällig (UVP des Herstellers, im Segelbedarf auch etwas günstiger zu bekommen). Allerdings spart man doch mal gute 35€, wenn man den NMP im Segelbedarf und den Softschäkel getrennt bestellt – zusammen bei einem Offroadaustatter bestellt sind doch gleich mal 150€ fällig. Mal sehen, wie sich diese Teile in den nächsten Jahren so durchsetzen werden. Über unsere Erfahrungen werden wir demnächst berichten.
  • Bergegurt/Baumgurt: Hier sollte man auf eine gute Verarbeitung achten. Angebote aus Amazon haben mich durch die Bank wenig begeistert, bessere Qualität gibt es bei den verschiedensten Anbietern von Offroadzubehör, ich persönlich bestelle gerne bei Nakatanenga, auch bei MH4x4 gibt es sehr gute Qualität. Ebenso werden hier auch superleichte Seile aus Dyneema mit fertig aufgespleisten Softschäkeln angeboten, sicherlich eine super Lösung, aber auch deutlich kostenintensiver als ein normaler Bergegurt. Einer der Vorteile soll sein, das sich das Dyneemaseil weniger mit Wasser vollsäuft als ein Bergegurt, welcher dann schwer und nach ein paar Tagen auch durchaus unappetitlich sein kann.
  • Kinetische Bergeseile werden seit einiger Zeit ebenfalls als Bergehilfe verkauft. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob diese als Energiespeicher eingesetzten Seile im Bezug auf die Zugkraft ausreichend gut eingeschätzt werden können. Aus Sicherheitsgründen würde ich aber solch ein Seil NUR mittels Softschäkeln anbinden. GANZ WICHTIG: NIEMALS an der Anhängekupplung verwenden. Diese ist dafür nicht ausgelegt und sollte die Kugelstange brechen, wird diese zum lebensbedrohlichen Geschoss.
  • Sandbleche: Von klassischen abgekanteten Riffelblechen (nur im Sand brauchbar) über superleichte, superteure Kevlarsand“bleche“ gibt es eine große Bandbreite. Sehr gut sind Waffelboards aus glasfaserverstärkten Kunststoff, durch die Formgebung sind sie sowohl im Sand besser, weil sie sich im Untergrund „verkrallen“ als auch im Notfall als Brücke zu gebrauchen. Dank einem Tipp im Jimnyforum auch zum super Preis entdeckt – siehe Link.

Damit komme ich direkt zum nächsten Thema: Die Pflege der Bergeausrüstung. Tägliche Kontrolle und regelmässige Reinigung des Bergezubehörs gewähren eine lange Nutzungsdauer und zuverlässige Funktion – und macht auch den nächsten Einsatz angenehmer. Klares Wasser reicht in 99% der Fälle aus, Metallteile können mit einer Bürste und etwas WD40 verwöhnt werden.

Nicht zu vergessen ist die Wartung der Winde: Wie schon vor einiger Zeit hier gezeigt wurde, kann es in einer Winde nach längerer Zeit gar furchtbar aussehen. Eindringendes Wasser macht Rost bis das Getriebe steckt und auch die Bremse gehört gewartet. Ich behaupte mal, 80% der Winden wurden noch nie gewartet und, wenn sie mal zum Einsatz kommen sollen, werden mehr Probleme machen als nützlich zu sein. Die Wartung einer intakten Winde ist in 2 Stunden hinzubekommen, ich würde dies für allgemeine Nutzung einmal im Jahr vorsehen, im harten Wettbewerbseinsatz nach jeder Veranstaltung. Dazu ist beim Hersteller ein Wartungsmanual downloadbar, aber wenn man eine Winde verstanden hat, ist es eigentlich selbsterklärend.

Irgendwann ist das beste Bergematerial verschlissen, sei es bei Kunststoffseilen durch UV-Bestrahlung (irgendwann gibt alles auf), sei es durch falschen Gebrauch oder schlicht durch Verschleiß. Auch hier sollte man an die eigene Sicherheit denken und von Zeit zu Zeit in neues Material investieren. Ein Bergegurt in der Tasche, der nur ein mal Im Jahr gebraucht wird und anschliessend gewaschen und getrocknet wird, wird aber die meisten Fahrzeuge locker überleben.

Gäste in der Werkstatt

Zuerst kam ein lieber Freund uns besuchen beim Schrauben – und wurde auch gleich eingeteilt, da wir für Martins Kran die verschiebbaren Träger raufheben (bzw. mit des Jimnys Winde raufziehen) und verschrauben mussten.

Auch Schölli war da, sehr lustig das Ganze. Man kommt zwar weniger weiter aber dafür hat halt der Fanklub auch was davon.

Später rief mich Schölli rüber in die Werkstatt, ich müsse ihm helfen. Und wobei? Ein IGEL. Anscheinend hat er in der Werkstatt überwintert und fand natürlich keinen Ausgang. Total entkräftet und abgemagert, nahm weder das angebotene rohe Ei noch Wasser an. Ergo: Um halb zwölf noch Richtung Hilmteich mit dem armen Kerl, der Verein „Kleine Wildtiere in großer Not“ nahm sich ihm liebevoll an.

Update: Heute kurz mit der Wildtierrettungsstelle telefoniert, Nr. 813 (wir nennen ihn Fronius, weil er unterm Schweißgerät überwintert hat) gehts gut, bissl wenig Appetit noch, aber er wird wieder gesund, stark und wohlgenährt werden.

The Grand Tour – Staffel 2, 11. Episode

Tja, nachdem hier ja doch einige Motorbegeisterte mitlesen, muss ich meinem Unmut hier mal kund tun.

Die drei Herren Clarkson, Hammond und May haben ja schon eine lange Vergangenheit und für viele Lacher gesorgt. Aber, die oben genannte Episode – das Mosambique Mini Special „Brot für die Welt“ ist kaum zu toppen. Man schickt drei ältere Herren in drei nicht wirklich geeigneten Fahrzeugen 350km mit geschätzt 100kg Fisch durch eines der ärmeren Länder unsere Erde – lässt dabei Fisch vergammeln, macht ihn ungenießbar und lebendigen Fisch elendiglich verenden.

Dies alles finde ich persönlich untragbar – mit Essen spielt man nicht wurde mir als Kind schon beigebracht und dies hat immer noch seine Gültigkeit.

Ganz egal ob dies den drei Herren, den Produzenten, den Scriptschreibern oder der Regie eingefallen ist – es war weder kreativ noch amüsant, sondern im Gegenteil eine Verhöhnung eines ganzen Landes und jedes armen Menschen, der nicht genug zu Essen hat.

Nachdem „das Experiment“ nicht gelungen ist, sind die drei dann mit dem Helikopter abgeflogen.

Ob man sich bei Amazon bewusst ist, das in Moçambique die staatliche Pension ca 5 Dollar pro Monat beträgt, man eine der welthöchsten AIDS-Quoten hat, alleine ca. 470.000 Kinder sogenannte AIDS-Waisen sind (1,5 Millionen Kinder sind dort insgesamt Waisen) und 40% der Erwachsenen Analphabeten sind?

Wären die drei in Kühlwägen über diese schwierigen Straßen von Maputo nach Bingo gefahren und hätten das kleine Dorf Bingo so mit frischem Fisch (oder Fleisch) beglückt, dabei jede Menge Anstrengungen auf sich genommen – ja, dann wären die Lacher über die Tollpatschigkeit von Herzen gekommen. SO aber? Nein.

Aus diesem Grund habe ich auch die AMAZON-Werbung auf unsere Homepage entfernt, so etwas will ich nicht unterstützen.